Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag ist eine Hilfeleistung für Familien mit geringem Einkommen. Er soll verhindern, dass Eltern Hartz IV beantragen müssen, weil sie nicht genug Geld für ihre Kinder haben. Bis zu 185 Euro gibt es pro Monat und Kind zusätzlich zum Kindergeld.

Was Sie über den Kinderzuschlag wissen sollten:

Ratgeber

In unserem Ratgeber haben wir kurz und knapp alles zum Thema Kinderzuschlag  zusammengefasst.

Kinderzuschlagrechner

Erfahren Sie in nur vier Schritten, wie viel Kinderzuschlag Sie erhalten können. Halten Sie Ihre Unterlagen bereit.

FAQ Kinderzuschlag

Das Thema Kinderzuschlag wirft viele Fragen auf. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Kinderzuschlag für Sie gesammelt.

Jetzt Kinderzuschlag berechnen:

Wie funktioniert der Kinderzuschlagrechner?

Ihr Haushalt

Tragen Sie hier ein, ob in Ihrem Haushalt ein Partner wohnt und wie viele Kinder Sie haben.

Wohnkosten

Wie hoch fallen Ihre Miete und die Nebenkosten aus?

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Hier können Sie angeben, ob Sie oder Ihre Partnerin schwanger sind. Dann steht Ihnen ein Mehrbedarf zu.

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Ihr Kinderzuschlag-Anspruch

Erfahren Sie, wie hoch Ihr Kinderzuschlag ausfallen könnte. Der Rechner weist außerdem darauf hin, ob Sie Anspruch auf Hartz IV oder Wohngeld haben könnten.

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Kinder bekommen den Kinderzuschlag (12/17, Quelle: Agentur für Arbeit)

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Kinderzuschlag gibt es maximal pro Kind und Monat

0 Mio €

wurden 2017 an Kinderzuschlag ausgezahlt (Quelle: Agentur für Arbeit)

Was zeichnet unseren Kinderzuschlagrechner aus?

Mit unserem Kinderzuschlagrechner können Sie ganz einfach berechnen, wie viel Kinderzuschlag Sie für Ihre Kinder bekommen könnten. Kostenlos und ohne Registrierung.

Kinderzuschlagrechner ermittelt Ihre mögliche Förderung

Mit unserem Kinderzuschlag-Rechner können Sie schnell und unbürokratisch Ihren möglichen Anspruch auf diese Leistung berechnen. Anonym natürlich. Wir wollen weder Ihre Hausadresse wissen noch Ihre E-Mail-Adresse.

In vier Schritten tragen Sie zunächst Daten zu Ihrem Haushalt ein. Wichtig ist dabei für die Berechnung Ihres Anspruchs auch das Alter Ihrer Kinder. Zwar ist der Kinderzuschlag für Kinder jeden Alters (bis maximal 25 Jahre) gleich hoch. Doch es muss immer eine Vergleichsrechnung zum Arbeitslosengeld II vorgenommen werden. Und hierbei gelten ja unterschiedliche Regelsätze je nach Kindesalter.

Als nächstes tragen Sie Daten zu Ihrer Wohnung ein, vor allem Miet- und Heizkosten. Wichtig dabei: Der Kinderzuschlag soll zusammen mit dem Wohngeld den Lebensunterhalt Ihrer Familie sichern. Falls Sie bisher noch kein Wohngeld erhalten, sollten Sie mit unserem Wohngeldrechner zunächst Ihren Antrag auf Wohngeld ermitteln.

Falls Sie oder Ihre Partnerin schwanger sind, können Sie das auf Seite 3 des Rechners eintragen. Das spielt für die Höhe des möglichen ALG-II-Anspruchs eine Rolle.

Auf Seite 4 unseres Kinderzuschlagrechners geht es um Ihr Brutto- und Nettoeinkommen. Beides ist für die Berechnung des Zuschlags wichtig. Bei schwankendem monatlichem Einkommen können Sie einen „mittleren“ Wert eintragen.

Abschließend erfahren Sie nun, ob Sie gegebenenfalls Anspruch auf den Kinderzuschlag haben und wie hoch dieser ausfallen wird.

Wichtig zu wissen ist noch: Ab dem 1. Juli 2019 gelten in einigen Punkten neue – vorteilhaftere – Regelungen beim Kinderzuschlag. So fällt der maximale Zuschlag pro Kind um 15 Euro höher aus (185 statt 170 Euro). Im folgenden Ratgeber und in unserem Rechner sind bereits die neuen Zahlen hinterlegt.

Kinderzuschlag – was ist das?

Die Familienkassen der Arbeitsagenturen zahlen – bei Bedürftigkeit – zusätzlich zum „normalen“ Kindergeld den Kinderzuschlag. Dieser ist sozusagen eine „Aufstockung“ des Kindergeldes. Zusammen mit dem Kinderzuschlag können damit einer Familie mit zwei Kindern allein an Kinderleistungen 778 Euro zustehen.

So viel Kindergeld gibt es ab Juli 2019: Im Juli wird das Kindergeld nochmals leicht erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es 204 Euro sowie 210 Euro für das dritte Kind. Für das vierte und jedes weitere Kind zahlt die Familienkasse 235 Euro.

Der Kinderzuschlag beträgt maximal 185 Euro (bisher: 170 Euro) pro Monat. Der Zuschlag soll verhindern, dass Eltern allein wegen der Aufwendungen für ihre Kinder gezwungen sind, Hartz IV zu beantragen. Stattdessen gibt es eben dann ein Plus zum Kindergeld, wodurch die entsprechenden Haushalte in der Regel etwas mehr zur Verfügung haben, als ihnen nach den bei Hartz IV (Arbeitslosengeld II) geltenden Regeln zusteht. Den Kinderzuschlag gibt es dann, wenn das Geld, das Eltern verdienen, zwar ausreicht, um deren eigenen gesetzlich zugestandenen Mindestbedarf zu decken, nicht aber auch noch den Grundbedarf ihrer Kinder.

Der Kinderzuschlag soll die Betroffenen, zusammen mit dem eigenen Erwerbseinkommen, über die Hartz-IV-Schwelle hieven. Einkalkuliert ist dabei zudem auch noch das Wohngeld. Um von den Vorteilen des Kinderzuschlags profitieren zu können, müssen Sie also zudem noch Wohngeld beantragen.

So ersparen Sie sich jedoch den Weg zum Jobcenter und die Beantragung von Hartz-IV-Aufstockung. Dementsprechend sind auch nicht die Jobcenter sondern die Familienkassen der Arbeitsagenturen für diese Leistung zuständig.

Kinderzuschlag statt Hartz IV

Eltern, die den Kinderzuschlag (KiZ) statt Hartz IV erhalten, haben nicht nur etwas mehr Geld zur Verfügung, sie haben auch ein Stück mehr Freiheit. Bezieher des Kinderzuschlags unterliegen nicht so harten Regeln und Kontrollen wie Bezieher von Hartz IV. Für Kinderzuschlag-Empfänger gibt es keine Ein-Euro-Jobs und wenn sich eine Familie dafür entscheidet, dass ein Elternteil zu Hause bleibt, müssen sich die Betroffenen gegenüber der Familienkasse hierfür nicht rechtfertigen. Die Familienkasse darf sich in die innerfamiliäre Arbeitsteilung also nicht einmischen. Dies ist und wäre bei Hartz IV ganz anders: ALG-II-Bezieher müssen sich, wenn die Kinder älter als drei Jahre sind, grundsätzlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.

Wichtig ist weiterhin: Für Kinderzuschlag-Bezieher gibt es keine Pflicht zur Ortsanwesenheit. Sie können also auch in Urlaub fahren oder Verwandte besuchen, ohne irgendein Amt hierfür um Erlaubnis zu fragen.

Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Wer den Kinderzuschlag bekommen will, muss mindestens mit einem Kind, für das er Kindergeld erhält, zusammenleben. Kindergeld gibt es maximal bis ein Kind 25 Jahre alt ist – das ist damit auch die Höchstgrenze des Anspruchs auf den Kinderzuschlag. Das Kind darf noch nicht verheiratet sein und nicht in einer offiziellen Lebenspartnerschaft leben. Zudem muss mindestens ein Elternteil erwerbsfähig sein. Das ergibt sich aus dem Zweck des Kinderzuschlags: Er soll nämlich verhindern, dass die Betroffenen Hartz IV beantragen müssen – und dieses wird nur an Erwerbsfähige gezahlt.

Daher hat das Sozialgericht Aachen einem alleinerziehenden Vater, der Altersrentner ist, den Kinderzuschlag für die mit ihm zusammen in seinem Haushalt lebenden Kinder verweigert. Schließlich gehöre der Rentner nicht mehr zum Kreis der ALG-II-Berechtigten (30. September 2005, Az.: S 8 (4) KG 1/05).

Die eigentlich „kritischen“ Regeln, an denen viele Familien bislang beim Antrag auf den Kinderzuschlag scheitern, sind aber die Einkommensregeln. Das Einkommen der Eltern muss sich in einem bestimmten Korridor bewegen: Es darf weder zu niedrig, noch zu hoch sein.

So hoch muss das (Arbeits-)Einkommen mindestens ausfallen

Den Kinderzuschlag können Elternpaare erhalten, die monatlich über ein Einkommen von mindestens 900 Euro verfügen. Für Alleinerziehende gilt eine Einkommensgrenze von 600 Euro. Hier handelt es sich jeweils um Bruttobeträge. Wichtig ist damit: Auch für Alleinerziehende reicht ein 450-Euro-Job allein nicht aus, wenn es um den Anspruch auf den Kinderzuschlag geht. Indirekt soll damit eben ein Anreiz gegeben werden, einer umfangreicheren Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Wichtig zu wissen ist jedoch: Wenn geprüft wird, ob die 600- bzw. 900-Euro-Voraussetzung erfüllt ist, wird nicht nur das Arbeitseinkommen berücksichtigt, sondern alle Einkünfte – außer Kinder- und Wohngeld. Der gleichzeitige Bezug von Hartz IV und Kinderzuschlag ist ausgeschlossen.

Tipp: Arbeitslosengeld-I-Empfänger sollten den Anspruch auf Kinderzuschlag prüfen

Zusätzlich zur Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I kann die Leistung jedoch gezahlt werden. Alleinerziehende, die monatlich beispielsweise als Arbeitslosengeld I 600 Euro oder mehr erhalten, können zusätzlich zu dieser Leistung und neben Kinder- und Wohngeld auch den Kinderzuschlag erhalten. Das Gleiche gilt für Paare, bei denen ein Partner beispielsweise monatlich 450 Euro Arbeitslosengeld I erhält und der andere einen 450-Euro-Job hat – insgesamt beträgt das Bruttoeinkommen dann ja 900 Euro. Wenn die Eltern monatlich über niedrigere Einkünfte verfügen, kommt der Kinderzuschlag für sie nicht in Frage. Stattdessen müssen sie einen Antrag auf Hartz IV stellen.

So hoch darf das (Arbeits-)Einkommen höchstens ausfallen

Gleichzeitig darf das zu berücksichtigende Einkommen und Vermögen auch eine Höchsteinkommensgrenze nicht überschreiten. Nun wird es komplizierter. Denn um zu bestimmen, wie hoch das eigene anrechenbare Einkommen tatsächlich ist, muss man sich mit Hartz IV – also mit den Regeln des zweiten Sozialgesetzbuchs – auskennen.

Achtung: Rechtsänderung ab 1. Januar 2020: Die im Folgenden skizzierte komplizierte Berechnung gilt nur noch bis Ende 2019. Ab 2020 gibt es keine Vorab-Prüfung eines (fiktiven) Höchsteinkommens mehr.

Die bis Ende 2019 noch zu bestimmende Höchsteinkommensgrenze setzt sich aus dem elterlichen Bedarf im Sinne der Regelungen zum Arbeitslosengeld II zusammen. Zum Bedarf gehören die Regelsätze und die Wohnkosten (und eventuell noch ein Mehrbedarf – etwa für Schwangere oder Alleinerziehende).

Bei den Regelsätzen ist es noch relativ einfach. Diese liegen derzeit bei 424 Euro für einen Alleinstehenden und 764 Euro für ein (Ehe-)Paar.

Wie Wohnkosten berücksichtigt werden

Bei der Ermittlung der Höchsteinkommensgrenze kommen nun noch die angemessenen Wohnkosten hinzu. Diese sind – je nach Region und nach Einzelfall – höchst unterschiedlich. Zudem wird nur der Teil der Wohnkosten bei dieser Rechnung berücksichtigt, der auf die Eltern entfällt. Anders ausgedrückt: Der Teil der Wohnkosten, der auf die Kinder entfällt, wird herausgerechnet.

Grundlage für die anteilige Berechnung in 2019 ist der zwölfte Bericht zum Existenzminimum der Bundesregierung (12. Existenzminimumbericht). Danach entfallen auf die Eltern folgende Anteile:

 Prozentualer Anteil der Eltern an den angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung

Alleinstehende
Elternpaare
Elternanteil 77,10 % bei einem Kind
Elternanteil 83,60 % bei einem Kind
Elternanteil 62,73 % bei zwei Kindern
Elternanteil 71,83 % bei zwei Kindern
Elternanteil 52,88 % bei drei Kindern
Elternanteil 62,92 % bei drei Kindern
Elternanteil 45,70 % bei vier Kindern
Elternanteil 56,04 % bei vier Kindern
Elternanteil 40,24 % bei fünf Kindern
Elternanteil 50,49 % bei fünf Kindern


Hierzu ein Beispiel: Ein Elternpaar mit zwei Kindern bezahlt monatlich für Miete und Heizkosten 850 Euro. Auf die Eltern entfallen nach obiger Tabelle 71,83 Prozent hiervon. Das sind 610,56 Euro. Dieser Betrag wird zum Regelbedarf addiert.

Nun rechnet man den möglichen Kinderzuschlag, das sind für zwei Kinder 2 x 185 Euro = 370 Euro, direkt hinzu und erreicht die Höchsteinkommensgrenze. In diesem Fall sind es:

Regelbedarf                                   764,00 Euro
Anteilige
Unterkunftskosten Eltern             610,56 Euro
2 x Kinderzuschlag                       370,00 Euro

                                                    1.744,56 Euro

Das monatliche Nettoeinkommen der Eltern darf in diesem Fall also nicht höher als 1.744,56 Euro sein, wenn Anspruch auf den Kinderzuschlag bestehen soll. Die Eltern der beiden Kinder wären also nur berechtigt, Kinderzuschlag zu erhalten, wenn ihr monatliches Einkommen zwischen 900 und 1.744,56 Euro liegt. Dabei kommt es nicht auf das tatsächliche Nettoeinkommen an. Es zählt vielmehr das anrechenbare Einkommen der Eltern. Wie dieses ermittelt wird und welche Freibeträge dabei zu berücksichtigen sind, können Sie weiter unten im nächsten Abschnitt nachlesen.

Höhe des ausgezahlten Kinderzuschlags

Als nächster Schritt ist die Höhe des Kinderzuschlags auszurechnen. Im Beispielfall der Familie mit zwei Kindern beträgt dieser maximal 370 Euro (pro Kind 185 Euro). Dieser Maximalbetrag wird allerdings häufig nicht voll ausgezahlt, denn das Einkommen von Kindern und Eltern wird hierauf angerechnet.

Kindeseinkommen

Zunächst einmal mindern die Einkünfte der Kinder – außer dem Kindergeld – den Zuschlag. Hierbei gibt es zum 1. Juli 2019 allerdings eine erhebliche Verbesserung. Ab diesem Tag werden die Kindeseinkünfte nämlich nur noch zu 45 Prozent und nicht mehr voll auf den Kinderzuschlag angerechnet.

Folgendes Beispiel zeigt die enorme Bedeutung dieser Neuregelung: Ein Kind, das beispielsweise 120 Euro Unterhaltszahlungen von seinem Vater erhält, bekam bislang nur (170 minus 120 Euro =) 50 Euro Kinderzuschlag.

Ab dem 1. Juli 2019 sind es 131 Euro. Dabei wird folgende Rechnung vorgenommen: 45 Prozent von 120 Euro sind 54 Euro. Dieser Betrag wird vom neuen Maximalbetrag des Kinderzuschlags abgezogen. Es bleiben (185 minus 54 =) 131 Euro.

Típp: Diese Neuregelung verschafft vielen Alleinerziehenden Anspruch auf Kinderzuschlag:

Auch der staatliche Unterhaltsvorschuss nach dem Unterhaltsvorschussgesetz, der vielen Alleinerziehenden zusteht, wird auf den Kinderzuschlag angerechnet. Allein aus diesem Grund sind viele Alleinerziehende bislang beim Kinderzuschlag leer ausgegangen beziehungsweise haben nur einen Mini-Betrag erhalten. Das ändert sich zum 1. Juli 2019. Nun bleiben – je nach Alter des Kindes – selbst bei voller Zahlung des Unterhaltsvorschusses zwischen 63 und 118 Euro Kinderzuschlag übrig.

Kindesalter
Unterhalts-
vorschuss
davon anrechenbar
(45 Prozent)
Kinderzuschlag*
(maximal)
0-5 Jahre
150 Euro
67,5 Euro
118 Euro
6-11 Jahre
202 Euro
90,9 Euro
94 Euro
12-17 Jahre
272 Euro
122,4 Euro
63 Euro

*aufgerundete bzw. abgerundete Beträge

Elterneinkommen

Neben dem Kindereinkommen wird unter Umständen das Elterneinkommen auf den Kinderzuschlag angerechnet. Berücksichtigt wird der Teil des Elterneinkommens, der über den Eigenbedarf der Betroffenen hinausgeht. Der Eigenbedarf wird nach den Regeln des SGB II berechnet. Im Beispielfall beträgt der Eigenbedarf des Elternpaars 1.374,56 Euro.

Je nachdem um welches Einkommen es sich handelt, gibt es unterschiedliche Methoden, wie das zu berücksichtigende (Netto-)Elterneinkommen berechnet wird. Nicht-Erwerbseinkommen – also etwa Krankengeld oder Arbeitslosengeld I –, das über den Bedarf der Eltern hinausgeht, wird voll angerechnet. Erwerbseinkommen dagegen nur zur Hälfte.

Beim Erwerbseinkommen ist hier allerdings zunächst eine weitere Erklärung notwendig. Angerechnet wird nämlich nur das nach den beim Arbeitslosengeld II geltenden Regeln anrechenbare Nettoeinkommen. Das bedeutet vor allem, dass vom tatsächlichen Nettoeinkommen Freibeträge von bis zu 330 Euro abgesetzt werden können. Dieser Höchstwert gilt bei monatlichen Bruttoeinkünften ab 1.500 Euro.

Hierzu ein Beispiel: Der monatliche Bruttolohn beträgt 2.400 Euro. Dies entspricht netto einem Betrag von 1.854,47 Euro (bei Steuerklasse III). Hiervon wird – Ermittlung des auf den Kinderzuschlag anrechenbaren Einkommens – ein Betrag von 330 Euro in Abzug gebracht. Es bleiben als zu berücksichtigendes bereinigtes Einkommen 1.524,47 Euro. Das sind 149,91 Euro mehr als der rechnerische Bedarf der Eltern.

Pro zehn volle Euro „überschüssiges“ Erwerbseinkommen reduziert sich der Gesamt-Kinderzuschlag (also der Zuschlag, der für alle Kinder einer Familie insgesamt gezahlt wird) um fünf Euro. Im Beispielfall mindert sich der gesamte Kinderzuschlag damit nochmals um 14 x 5 = 70 Euro.

Änderung ab 1. Januar 2020 Ab 2020 werden nur noch 45 Prozent des „überschüssigen“ Erwerbseinkommens der Eltern auf den Kinderzuschlag angerechnet. Pro zehn Euro des „zu hohen“ Einkommens der Eltern mindert sich der Kinderzuschlag also nur noch um 4,50 Euro.

Kinderzuschlag und Wohngeld

Wie erwähnt, kann und sollte zusätzlich zum Kinderzuschlag Wohngeld beantragt werden. Wie hoch dieses Wohngeld ausfällt, hängt sehr vom Einzelfall ab, etwa von der Haushaltsgröße und vom Mietniveau des jeweiligen Ortes.

Tipp: Wenn Sie ermitteln wollen, wie hoch Ihr Anspruch auf Wohngeld ist, können Sie unseren auch von der Bundesagentur für Arbeit empfohlenen Wohngeldrechner nutzen.

Für den Beispielfall (4 Personen, Bruttoeinkommen 2.400 Euro, Miete: 850 Euro) kommt er zu einem monatlichen Wohngeld in Höhe von 258 Euro. Unterstellt wurde dabei, dass die Familie in Köln lebt.

Kontrollrechnung: Hartz IV oder Kinderzuschlag?

In einem weiteren Schritt muss nun geprüft werden, ob mit dem Gesamteinkommen einschließlich Wohngeld, Kindergeld und Kinderzuschlag noch Bedürftigkeit nach den Hartz-IV-Regeln besteht. Es muss also geprüft werden, ob die Familie durch den Kinderzuschlag über die Hartz-IV-Schwelle gehoben wird. Ist dies nicht der Fall, so besteht kein Anspruch auf den Kinderzuschlag. Stattdessen muss die Familie ALG II beantragen. Wir ersparen Ihnen hier eine detaillierte Rechnung. Nur so viel: Im Beispielfall steht die vierköpfige Familie damit deutlich besser da als mit Hartz IV.

 Neuregelung zum 1. Januar 2020: Viele Menschen beantragen nur ungern Hartz IV. Daher wird ab 2020 ein gewisses Wahlrecht zwischen dem Kinderzuschlag und Hartz IV eingeführt. Ab 2020 soll auch dann noch Anspruch auf den Kinderzuschlag bestehen, wenn das im Haushalt vorhandene Einkommen zusammen mit dem Kinderzuschlag nicht ganz das Hartz-IV-Niveau erreicht, die Lücke jedoch nicht höher ist als 100 Euro.

Welches Vermögen beim Kinderzuschlag erlaubt ist

Hinsichtlich des erlaubten Vermögens gelten beim Kinderzuschlag genau die gleichen Regeln wie bei Hartz IV. Jeweils 150 Euro pro Lebensjahr sind für beide Elternteile erlaubt. Wenn beide Partner 30 Jahre alt sind, also insgesamt 9.000 Euro. Für Kinder gilt jeweils ein Vermögensfreibetrag in Höhe von 3.100 Euro. Hinzu kommt noch für jedes Familienmitglied ein Freibetrag in Höhe von 750 Euro für notwendige Anschaffungen und Reparaturen.

Großzügigere Regelungen gelten bei Rücklagen zur Alterssicherung. Hierfür gilt ein zusätzlicher Freibetrag in Höhe von 750 Euro pro Lebensjahr. Dafür müssen aber die Spar- oder Rentenverträge eine Verwertung der Rücklagen vor dem Rentenalter ausschließen. Übersteigt das Vermögen die genannten Grenzen, so besteht kein Anspruch auf den Kinderzuschlag.

Wichtig noch: Angemessenes Wohneigentum und ein angemessenes Auto dürfen die Bezieher – egal ob sie den Kinderzuschlag oder Hartz IV bekommen – in der Regel auch behalten. PKWs mit einem Verkehrswert bis 7.500 Euro gelten meist als angemessen. Dementsprechend werden im umfangreichen Antrag auf den Kinderzuschlag die gleichen Informationen zum Vermögen wie im Hartz-IV-Antrag abgefragt.

Bildungs- und Teilhabepaket

Am 1. August 2019 treten zudem Verbesserungen des Bildungs- und Teilhabepakets in Kraft. Kinder aus Familien, die den Kinderzuschlag, Hartz IV, Sozialhilfe, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, haben hierauf Anspruch.

Die Leistungen für Schulmaterialien steigen von 100 auf 150 Euro im Jahr. Das Mittagessen in der Schule oder in der Kita ist für die betroffenen Kinder künftig kostenfrei. Auch die Eigenanteile für die Schülerbeförderung (bisher fünf Euro je Monat) entfallen. Zudem erhalten die Kinder pro Monat künftig einen Gutschein im Wert von 15 Euro (bisher: zehn Euro) für Leistungen in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit – etwa für die Mitgliedschaft in einem Fußball- oder Schwimmverein. Und nicht zuletzt: Nachhilfe wird Schülern aus finanziell bedürftigen Familien künftig auch ohne eine Versetzungsgefährdung finanziert.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Kinderzuschlag

Anspruch auf den Kinderzuschlag hat, wer mit einem Kind zusammenlebt, für das er Kindergeld bekommt, und nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig verdient. Außerdem muss mindestens ein Elternteil erwerbsfähig sein. Denn der Kinderzuschlag soll verhindern, dass Eltern wegen der Aufwendungen für ihre Kinder auf Hartz IV angewiesen sind. Der Kinderzuschlag soll ein Auskommen oberhalb der Hartz-IV-Schwelle ermöglichen.

Neben Einkommen aus Erwerbstätigkeit zählen auch Unterhalt, Renten, Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung oder Kapitalvermögen, Krankengeld, Arbeitslosengeld und Steuererstattungen mit. Nicht als Einkommen zählt das Kindergeld sowie Wohngeld. Ob Ihr Einkommen zu hoch ist, um den Kinderzuschlag zu erhalten, können Sie mit unserem Kinderzuschlag-Rechner in wenigen Schritten ermitteln.

Den Kinderzuschlag beantragen Sie bei Ihrer Familienkasse, die auch das Kindergeld auszahlt. Meistens sind die Familienkassen bei der örtlichen Agentur für Arbeit angesiedelt.

Um den Kinderzuschlag zu erhalten, müssen Sie das Antragsformular ausfüllen. Darüber hinaus benötigen Sie eine Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers und müssen eine Erklärung zum Vermögen und eine Erklärung über die Unterkunftskosten abgeben. Ihre Wohnkosten weisen Sie anhand Ihres Mietvertrags und der Betriebskostenabrechnung nach. Je nach individuellem Fall benötigen Sie zudem Nachweise für Unterhaltszahlungen, den Wohngeldbescheid, Nachweise über Werbungskosten und weitere Unterlagen. Die nötigen Formulare sowie eine Checkliste zum Antrag auf Kinderzuschlag finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Arbeit.

https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kinderzuschlag-beantragen

Gesetzesgrundlage für den Kinderzuschlag ist das Bundeskindergeldgesetz. Paragraf 6 a betrifft den Kinderzuschlag.

Kinderzuschlag und Wohngeld sind ergänzende Leistungen. Der Kinderzuschlag wird nicht beim Wohngeld angerechnet und das Wohngeld nicht beim Kinderzuschlag. Berechtigte sollten beides beantragen. Beim Kinderzuschlag ist das Wohngeld einkalkuliert. Um von den Vorteilen des Kinderzuschlags profitieren zu können, müssen Betroffene also auch Wohngeld beantragen.